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Der Glückskeks

Denk an etwas Schönes und brich den Keks: drinnen wartet dein Spruch — und deine Glückszahlen.

Der Glückskeks ist die meistgelesene Nachspeise der Welt: ein Knacken, ein Zettelchen und ein Spruch, der — Wunder des Zufalls — immer von dir zu handeln scheint. Geboren wurde er vor über einem Jahrhundert in den Küchen der chinesischen Restaurants Kaliforniens, und seither hat niemand eine charmantere Art erfunden, das Schicksal zum Dessert zu servieren.

Das Ritual ist überall gleich: An etwas Schönes denken, den Keks mit beiden Händen brechen und das Zettelchen lesen — erst still, dann laut, wenn der Tisch es verlangt. Unter dem Spruch setzt die amerikanische Tradition die Glückszahlen dazu, falls das Glück mit Gewinn kommt.

Hier funktioniert der Keks genauso und macht weniger dick: Knack, die zwei Hälften trennen sich, die Krümel fallen, und heraus kommt dein Zettel mit einem der 50 Sprüche des Hauses — hier geschrieben, nicht aus irgendeinem Restaurant übersetzt — und deinen sechs Zahlen von 1 bis 49. Wenn der Spruch nicht auf dich passt: Brich einfach den nächsten. Es ist eines der wenigen Dinge im Leben, die man wiederholen kann, ohne zuzunehmen.

Ist das ein ernstes Orakel? Es ist das unernsteste von allen — und genau darum funktioniert es: Mit einem Keks streitet niemand. Nimm ihn, wie man ihn am Tisch nimmt — ein Lächeln, ein Satz zum Nachkauen auf dem Heimweg und ein paar Zahlen für die Hosentasche.